Livestream-Regie beim Eurowings Townhall: BirdDog PTZ-Kameras und Bildmischer im Einsatz
Event·September 2026·Von Jens Bergander

Livestream mit PTZ-Kameras: unsere Regie für den Eurowings Townhall

Vier BirdDog PTZ-Kameras, eine Regie, ein durchgehender Stream

Für Eurowings haben wir den Livestream zum September-Townhall komplett aus der Regie gesteuert, mit vier PTZ-Kameras statt fester Kamerapositionen und Operatoren vor Ort.

Sonst arbeiten wir bei solchen Formaten mit festen Kameras, jede mit einem eigenen Operator an einer festen Position im Raum. Für dieses Townhall haben wir das Setup umgestellt: Alle vier Kameras liefen direkt aus der Regie, gesteuert über einen einzigen Controller. Das neue System stand schon einen Tag vor der Veranstaltung, damit am eigentlichen Termin jedes Kabel und jede Kameraposition saß. Wer intern für ein Unternehmen wie Eurowings streamt, hat keinen zweiten Versuch: Die Geschäftsführung spricht einmal, live, und das Ergebnis muss beim ersten Durchlauf stehen.

Event-Livestream mit mehreren Kameras: Aufbau und Verkabelung vor der Übertragung

Vier PTZ-Kameras aus einer Regie steuern

Über den BirdDog KDB Controller ließen sich alle vier Kameras einzeln ansteuern, jeder Bildausschnitt frei wählen, während gleichzeitig der Liveschnitt am Bildmischer lief. Statt vier Operatoren an vier festen Positionen bediente eine Person die komplette Bildregie: Kameraführung und Schnitt in einem Arbeitsschritt. Das bedeutet, den nächsten Bildausschnitt schon vorzubereiten, während der aktuelle noch läuft, und trotzdem den Überblick über alle vier Perspektiven gleichzeitig zu behalten. Das neue Setup war eine echte Umstellung gegenüber der bisherigen Arbeitsweise, aber genau der Punkt, an dem sich der Aufwand für den Aufbau am Vortag ausgezahlt hat.

Die vierte Kamera hatte dabei eine eigene Aufgabe: Sie fing Fragen aus dem Publikum direkt im Bild ein. Sobald jemand im Saal das Wort ergriff, ließ sich in Echtzeit zwischen Publikum und Podiumssprecher hin und her schalten, ohne die anderen drei Kameras aus der Hand zu geben. Genau dieser schnelle Wechsel zwischen den Perspektiven war mit der neuen Hardware deutlich einfacher als mit dem bisherigen Aufbau: Früher hätte dafür ein eigener Kameramann an fester Position bereitstehen müssen, jetzt reicht ein Griff zum Controller. Für ein Townhall-Format, bei dem der Dialog mit der Belegschaft im Mittelpunkt steht, macht genau das den Unterschied zwischen einer reinen Übertragung und einem Format, in dem sich das Publikum auch gesehen fühlt.

NDI und SDI statt HDMI

Die Kameras wurden über NDI in die Regie eingebunden, mit SDI als Backup. Beide Signalwege erlauben deutlich längere Kabelstrecken als die bisher genutzte HDMI-Verbindung, ein klarer Vorteil in einem Raum, in dem die Regie nicht direkt neben der Bühne stehen konnte. Zwei unabhängige Übertragungswege bedeuten außerdem: Fällt eine Verbindung aus, steht sofort die zweite bereit, ohne dass der Stream unterbrochen wird. NDI überträgt das Bildsignal über das normale Netzwerkkabel, statt über eine dedizierte Videoleitung, was den Aufbau in einem Konferenzraum ohne feste Broadcast-Infrastruktur deutlich einfacher macht.

Für das Abrufen von Presets lief zusätzlich ein Streamdeck am Regieplatz mit: Kamera- und Programm-Preview, Bauchbinden und Einspieler ließen sich damit per Tastendruck aufrufen, statt jedes Element manuell im Bildmischer zu suchen. Bauchbinden mit Name und Position der jeweiligen Sprecherin oder des Sprechers mussten dabei exakt im Moment der Kameraumschaltung erscheinen, nicht früher und nicht später. Bei einer laufenden Übertragung zählt jede Sekunde, in der die Regie nicht sucht, sondern reagiert. Der Aufbau am Vortag war deshalb kein Selbstzweck, sondern die Grundlage dafür, dass am Tag der Veranstaltung nur noch die Regie selbst zu bedienen war und keine Technik mehr geprüft werden musste.

Sauberer Ton mit Klangbild und die Catchbox fürs Publikum

Für den Ton hat uns Bernhard Illert von Klangbild unterstützt. Im Einsatz waren vier Headset-Mikrofone für die Sprecherinnen und Sprecher auf der Bühne, dazu eine Catchbox für das Publikum. Eine Catchbox ist ein weiches, drahtloses Mikrofon in Würfelform, das sich bei Veranstaltungen, Meetings oder im Unterricht frei durch den Raum werfen lässt. Wer eine Frage stellen möchte, bekommt die Box zugeworfen, statt dass ein Mikrofon mühsam durch die Reihen gereicht werden muss oder jemand mit einem Handmikrofon durch den Saal läuft.

Für ein Townhall-Format mit offener Fragerunde ist das mehr als ein nettes Detail: Die Catchbox macht aus einer einseitigen Übertragung ein Format mit echtem Dialog, ohne dass die Regie dafür eine eigene Person mit Handmikrofon koordinieren muss. Zusammen mit den vier Headset-Mikrofonen der Bühne blieb der Ton während der gesamten Übertragung sauber und gut verständlich, unabhängig davon, ob gerade die Geschäftsführung sprach oder eine Frage aus dem Publikum kam. Gerade bei einem internen Livestream, der an mehreren Standorten gleichzeitig verfolgt wird, entscheidet die Tonqualität mindestens genauso stark über den Gesamteindruck wie das Bild.

Equipment

Was bei diesem Livestream im Einsatz war

4× BirdDog X5 PTZ-Kamera

Fernsteuerbare Kameras für die Bildregie ohne Operator vor Ort, angesteuert über NDI mit SDI als Backup.

BirdDog KDB Controller

Ein Controller für alle vier Kameras: Bildausschnitte wählen und gleichzeitig den Liveschnitt am Mischer abmischen.

Streamdeck

Presets für Kamera- und Programm-Preview, Bauchbinden und Einspieler per Tastendruck.

4× Headset-Mikrofon + Catchbox

Sauberer Ton für die Bühne, dazu eine drahtlose Catchbox für Wortbeiträge aus dem Publikum.

Unsere Rolle

Als technische Leitung für Regie und Livestream dabei

Unsere Aufgabe war die komplette technische Umsetzung des Livestreams: Aufbau und Verkabelung am Vortag, die Bildregie über vier PTZ-Kameras während der Übertragung und die Abstimmung mit dem Audio-Team von Klangbild für einen sauberen Ton.

Geliefert wird ein durchgehender, stabiler Livestream ohne Bildsprünge, mit flexibler Kameraführung und der Möglichkeit, Publikum und Bühne in Echtzeit einzubinden. Das Setup mit vier PTZ-Kameras, NDI-Anbindung und Streamdeck-Presets ist dabei fest dokumentiert und lässt sich für die nächste interne Veranstaltung direkt wieder aufbauen, ohne bei null anzufangen.

Jens Bergander

Jens Bergander

Fotograf & Videograf · screen-box · Aschaffenburg

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